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20. Landessporttag 2017 – Delegierte entschieden

22.11.2017

u.a. über Eckpunkte für den MV-Leistungssport und große Sportstätten-Bauvorhaben

Am 18. November fand in Güstrow der 20. Landessporttag statt. Das höchste Organ des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, der Dachorganisation des organisierten Sports in M-V, trat im Bürgerhaus Güstrow zu seiner regulären Tagung zusammen.

Zufrieden blickte LSB-Präsident Andreas Bluhm auf das vergangene Jahr zurück. Für einen erfreulichen Anstieg der Mitgliederzahl im LSB um 5.312 auf jetzt über eine Viertelmillion dankte er ausdrücklich allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern im Sport.
Voll des Lobes war er ebenfalls für die Landespolitik, die in einem – zusätzlich zum Sportfördergesetz - mit dem LSB geschlossenen „Sportpakt 2018-2021“ weitere Mittel bereitstellt. „Die vielen Gespräche haben sich gelohnt“, so Bluhm. Weiter forderte er aber eine Entbürokratisierung sowie Verfahrensbeschleunigung besonders im Sportstättenbau. Artikel 1 des Sportfördergesetzes, der die Autonomie des Sports sichert, liegt Bluhm besonders am Herzen. Diese gelte es zu bewahren und wieder mehr ins Gespräch zu bringen, auch auf kommunaler Ebene.
Sportministerin Birgit Hesse, die krankheitsbedingt am Landessporttag nicht teilnehmen konnte, hatte ein Grußwort geschickt, das verlesen wurde. Darin hieß es u.a.:
„(…) Wir stehen inmitten der Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung in Deutschland. Diese Reform wird in den nächsten Jahren auch in Mecklenburg-Vorpommern zu strukturellen, finanziellen und personellen Veränderungen im Bereich des Spitzensports und im Nachwuchsleistungssport führen. (…) Uns ist bewusst, dass wir auch über eine Erhöhung der Landeszuwendungen für diesen Förderbereich reden müssen. Denn eins ist klar. Die Reformanstrengungen auf Bundesebene dürfen nicht zu negativen Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern führen. Auch aus diesem Grund wurde bereits vor einigen Wochen zwischen der Landesregierung und dem Landessportbund ein sogenannter „Sportpakt 2018-2021“ vereinbart.
Dieser sieht unter anderem die Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel für folgende Bereiche vor: Anpassung der Trainergehälter, Erwerb von Großsportgeräten, Stärkung des Ehrenamtes, Förderung der Integration, Förderung des Kinder- und Jugendsports, Förderung des Behinderten-und Gehörlosensports, Förderung des Nachwuchsleistungssports.

Darüber hinaus wird das Bildungsministerium viel Geld in den Ausbau von Kooperationen im Bereich des ganztägigen Lernens investieren. (…) Hierbei spielen die Sportvereine eine wesentliche Rolle (…).“
LSB-Vizepräsident für den Leistungssport, Winfried Schneider, schlug die Brücke zum Nachwuchsleistungssport und dankte den Fachverbänden für die Mitarbeit an der Entstehung des Eckpunktepapiers für den Leistungssport und die Zustimmung der Delegierten. Aufgabe des LSB und seiner Fachverbände sei die Talentsichtung, -findung und -förderung. Er forderte eine vermehrte Zusammenarbeit mit den Eliteschulen des Sports und empfahl, die Kooperationen zwischen Ganztagsschulen und Vereinen dazu zu nutzen, damit noch mehr Sportler nach Hannes Ocik sagen können: „Endlich Weltmeister!“
Seit Jahren hat der LSB das Thema Ehrenamtsförderung auf der Agenda. Jetzt präsentierte der LSB-Präsident die LSB-Ehrenamtskampagne die neben Plakaten, Flyern auch eine Internetseite rund um das Thema „Ehrenamt im Sport“ beinhaltet. Schauen Sie doch mal auf www.sportehrenamt-mv.de.
Die üblichen Regularien wie die Entlastung des Präsidiums und die Bestätigung der Haushaltspläne gingen reibungslos über die Bühne. Alle Beschlüsse fielen einstimmig oder mit großer Mehrheit.

Gespannt waren die Delegierten zu Beginn der Tagung auf den Gastvortrag von Friedhard Teuffel vom Tagesspiegel Berlin mit dem Titel „Der Wettkampf um Aufmerksamkeit. Welcher Sport in den Medien noch vorkommt und was das für den Sport bedeutet“ halten. Teuffel legte seine Gedanken und Idee mit Realismus, vielen Denkanstößen, am Ende mit einer Portion Optimismus und einer klaren Botschaft an die Sportverbände und -vereine mit munterem Wortwitz unterhaltsam dar. Es lohnt sich, diesen Vortrag in Gänze zu lesen. Sie finden ihn unten als Download.

B. Adrian

Download Gastvortrag Friedhard Teuffel-PDF

Sportvereine können Bauvorhaben starten
Freuen können sich auch jene sieben Vereine, deren Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von rund 2,7 Millionen Euro bewilligt wurden:

Schweriner Seglerverein Neubau Bootshalle 305.569 Euro
SV Turbine Neubrandenburg e.V. Neubau Vereinssportstätte 493.750 Euro
Kanufreunde Rostocker "Greif" Sanierung Vereinsgelände, -gebäude I, II u. Bootshalle 500.000 Euro
Güstrower Sportclub 09 e.V Neubau Naturrasenplatz, Sanitärcontainer 368.814 Euro
Hagenower SV e.V. Umbau Rasen- zum Kunstrasenplatz (Großspielfeld) 375.000 Euro
SV Klütz e.V.  Neubau Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage 375.000 Euro
Müritzsportclub Waren e.V. Energetische Sanierung Vereinsgebäude 288.000 Euro

100-jährige Sportvereine

Mit der Broschüre „100-jährige Sportvereine“ legt die AG Sportgeschichte beim Landessportbund ihr zweites zeithistorisches Werk vor. In ihm kommen ausschließlich die Träger der „Sportplakette des Bundespräsidenten für 100-jährige Sportvereine“ zu Wort. Von den 23 möglichen Vereinen berichten 16 interessiert und stolz über ihr Werden und Gedeihen, Gestalten und Entwicklung, Erfolge und Hindernisse. Es beeindruckt ungemein, mit welchem Herzblut, Engagement und Ausdauer im Ehren- und Hauptamt über die Jahrzehnte und diverse politische Systeme hinweg um „seinen“ Verein gerungen wurde und wie vielerlei Hindernisse und Widrigkeiten letztlich erfolgreich gemeistert wurden.

2017. Format DIN A4, Softcover, 124 Seiten
Zu beziehen über den LSB M-V e.V., info@lsb-mv.de,
15,00 Euro (zzgl. Versandkosten).