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Vom Youngster zum Profi

21.03.2017

Mittelblockerin Marie Schölzel (19) unterschreibt ihren ersten Profivertrag und bleibt nach dem Abitur für weitere drei Jahre beim SSC Palmberg Schwerin.

„Als ich vor vier Jahren in der Bezirksklasse gespielt habe, dachte ich, wenn ich mal zweite oder erste Liga spielen kann, bin ich richtig gut“, erinnert sich Marie Schölzel, Mittelblockerin beim SSC Palmberg Schwerin. „Und dann ist alles viel schneller gekommen als gedacht.“ Schon mit 18 Jahren sicherten sich die Schweriner im Sommer 2015 das Riesentalent – und schon damals Nationalspielerin – vom VCO Berlin für ihre Erstligamannschaft. Nun, kurz vor dem Abi-Abschluss der gebürtigen Berlinerin, machte der SSC daraus eine Profi-Verpflichtung für weitere drei Jahre. „Wir sind sehr glücklich mit ihrer Entwicklung und froh darüber, sie weiter an Bord zu wissen“, sagt SSC-Geschäftsführer Andreas Burkard. „Mit dem Duo Marie Schölzel und Lauren Barfield sind wir nun im Mittelblock für die nächste Saison schon stark aufgestellt.“
Eine Position im Stamm ist für Spielerin wie Verein die avisierte Perspektive: „Marie hat absolut das Potential, bei uns dazu heranzureifen, sie ist eine der talentiertesten deutschen Spielerinnen“, ist SSC-Chefcoach Felix Koslowski überzeugt. „Sie ist eine sehr intelligente Spielerin, versteht es in ihrem Alter schon sehr gut, taktische Hinweise umzusetzen, ist physisch stark, technisch gut, also in allen Elementen schon auf einem sehr hohen Niveau. Das wichtigste ist, sie hat auch einen unglaublichen Willen, diesen Weg zu schaffen.“ Und wo, meint Marie Schölzel, „geht das in Deutschland besser als in Schwerin? Ich freu mich riesig, das ist eine tolle Chance, in meinem Alter schon bei so einem Verein zu spielen, und ich hoffe sehr, dass die nächsten Jahre genauso gut werden wie die bisherigen und ich mich genauso gut weiterentwickeln kann.“
In ihrer Abiturklasse des Sportgymnasiums gehört Marie Schölzel mit dem Schritt in den Profisport zur absoluten Minderheit. Sorgen um den Schulabschluss macht sie sich trotz des unglücklichen Timings der Prüfungen (Hauptfächer Mathe und Sport) in der heißen Phase von Playoffs (Start 18. März) und Europapokal (Halbfinal-Hinspiel am 29. März) nicht. „Das wird schon, die Vorprüfungen sind ja schon gelaufen“, ist sie zuversichtlich. Bevor es im Herbst beim SSC und mit einem Fernstudium der Wirtschaftsinformatik in die neue Lebensphase geht, wird Anfang August daheim in Berlin jedenfalls erst einmal ordentlich gefeiert: Der 20. Geburtstag steht an, der 18. muss noch nachgefeiert werden – und wohl auch der Abiball, den die Volleyballerin höchstwahrscheinlich verpassen wird.